[Translate to Italiano:] Kein Auftrag, kein Geld: Das sol

Kein Auftrag, kein Geld? syndicom hat ein Forschungsteam der Fachhochschule Nordwestschweiz beauftragt, das Modell einer Versicherung gegen Auftragslosigkeit für Selbständigerwerbende zu erarbeiten – ganz analog zur ALV.

 


Selbständige haben keine Arbeitslosenversicherung. Bei Flaute müssen sie auf ihre Ersparnisse zurückgreifen oder versuchen, einen Job zu finden. Was aber tun, wenn es einfach keine Aufträge mehr gibt, etwa in der Pandemie oder weil der Arbeitsmarkt gesättigt ist?

syndicom setzt sich ein für die Interessen der Selbständigerwerbenden in Grafik, Journalismus, Illustration und Fotografie, in denen sich die Arbeitsbedingungen noch verschlechtert haben. Ihr Status war früher schon prekär. Die Pandemie hat aber gezeigt, dass ein angemessener Sozialschutz für Freischaffende dringender ist denn je.

Wie könnte dieser aussehen? Wäre ein ähnliches Modell wie bei der Arbeitslosenversicherung denkbar, wo Arbeitgeber und Arbeitnehmende je hälftige Beiträge zahlen? syndicom stellte diese Frage dem Forschungsteam von Mathias Binswanger, Ökonomieprofessor an der Fachhochschule Nordwestschweiz (siehe seinen Gastbeitrag in Magazin Nr. 23). Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Gewerkschaftsmitgliedern der Bereiche Grafik, Journalismus, Fotografie und Illustration hat den Prozess eng begleitet.

Wie die ALV – und wie die MWST

Das Forschungsteam untersuchte Versicherungsformen, die in mehreren europäischen Ländern bereits existieren. Fazit? Ein Vergleich dieser Modelle ist schwierig. Sie funk tionieren in ihrem Kontext eher schlecht. Ein Hauptproblem: «Bei einer freiwilligen Versicherung ist das die ‹adverse Selektion›. Das heisst, dass vor allem Personen, deren Tätigkeit nicht rentabel ist, sich freiwillig versichern. Für erfolgreiche Selbständige bedeutet eine Versicherung nur Zusatzkosten, ohne dass sie je davon profitieren. Hier gibt es einen moralischen Bias», das sagt Tobias Schoch, Professor für Empirische Wirtschaftsforschung, der für den statistischen Teil der Forschung zuständig ist. Das Team erarbeitete deshalb ein Modell für eine obligatorische Versicherung.

Das sieht eine neue Art der Finanzierung vor, analog zur traditionellen Form der je hälftig von Arbeitgeber und Arbeitnehmenden zu tragenden Sozialversicherung: Die selbständigen Auftragnehmer*innen und ihre Kunden zahlen auf den Rechnungsbetrag je 4 % zusätzlich – vergleichbar mit der MWST. Tobias Schoch und sein Team haben zahlreiche Szenarien modelliert, bevor sie zu diesem Kompromiss von 4 Prozent gelangt sind.

Das Geld geht in einen Fonds: «Die Solidarität ist hier entscheidend. Die Kosten werden kollektiv verteilt: Die Auftraggeber übernehmen einen Teil der durch die selbständige Erwerbstätigkeit bedingten, nicht reduzierbaren Kosten.» Dank dieser Beiträge können die Freischaffenden eine Reserve aufbauen, die am Ende des vierten Jahres bis zu vier einkommenslose Monate abdecken kann. Ab dem zehnten Jahr sind es schon 12 Monate.

«Die meisten Selbständigen haben heute kaum Reserven, wie eine Umfrage von syndicom zu Beginn der Pandemie zeigte. Unser Modell könnte sie für mehrere Jahre absichern», erklärt Michael Moser, Zentralsekretär Medien und Visuelle Kommunikation bei syndicom. «Der Prozess beginnt erst: Auf der Basis dieser ersten Version wird die Diskussion mit unseren Mitgliedern eröffnet. Wir wollen auch die Meinung weiterer Fachpersonen ein holen und die Machbarkeit einer solchen Finanzierung bei der Politik abklären», kündigt er an.


Muriel Raemy

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