Skyguide-Umfrage: Resultate

Im Januar hat syndicom zusammen mit dem Branchenvorstand Flugsicherung von skyguide eine Umfrage unter den sykguide-Mitarbeitenden lanciert, um konkrete Fragen zur Arbeitssituation zu ermitteln.

Die Resultate im Überblick

Fast alle Teilnehmenden (98%) sind mit der Verlängerung des GAV ohne Änderungen einverstanden. Den 2%, die sich dagegen ausgesprochen haben, liegt am Herzen, dass im GAV Regelungen zu Homeoffice für nach der Coronavirus-Krise enthalten sind. Ausserdem sollte auch der Vaterschaftsurlaub neu diskutiert werden. Ein weiterer Vorschlag ist, den GAV jeweils nur um ein Jahr zu verlängern.

Die Zufriedenheit mit der aktuellen Durchführung des YEA (Mitarbeiter-Bewertungstool) ist sehr unterschiedlich. 51% der Befragten sind unzufrieden mit der aktuellen Durchführung, 48% finden sie fair und objektiv.

25% der Unzufriedenheit mit der aktuellen Durchführung von YEA basiert darauf, dass die Bewertung sehr oft willkürlich und nicht objektiv sei. Oftmals basiere die Beurteilung nicht auf Fakten, sondern auf Drittinformationen und es werde somit sehr intransparent.

Ausserdem erwähnen 25% die Problematik, dass die Bewertung AA fast nie abgegeben wird. Das liege daran, dass für eine AA-Bewertung Argumente und Begründungen mitgeliefert werden müssen. Ausserdem bestehe bei den Mitarbeitenden keine Motivation AA zu erreichen, da es nicht mehr Entschädigung erzeuge. Auch AAA-Bewertungen werden vom Management abgelehnt (obwohl Teamleiter*innen und Abteilungsleiter*innen sich dafür einsetzen).

Weitere 23% sehen den Prozess des YEA als Alibiübung und empfinden ihn als unnötig.

Weitere Gründe für die Unzufriedenheit (15%) sind der zu aufwendige und komplizierte Prozess, der unnötig Kosten verursache und ausserdem finden 11% auch, dass keine Diskussion über die Bewertung möglich sei und die Meinung der Mitarbeitenden nicht zähle. Es wird vorgeschlagen, dass die Arbeitnehmenden auch ihre Vorgesetzten bewerten können sollen, ohne Angst vor Rückschlägen haben zu müssen.

Mehr als ein Viertel findet, dass der Zweck des YEA die Standortbestimmung mit den Vorgesetzten sei, gefolgt von 25% die die Steuerung der Lohnsumme als Hauptzweck empfinden. Fast ein Fünftel sieht keinen Nutzen im YEA sondern betrachtet es als eine reine Geldverschwendung. Nur 17% sehen die Förderung der Mitarbeitenden als Zweck des YEA. Mehr als ein Zehntel sieht darin die Sanktionierung der Mitarbeitenden.

Ein Drittel aller Befragten sorgt sich insbesondere um die finanzielle Situation und die angekündigten Sparmassnahmen von skyguide, da dies mit Lohnkürzungen und Entlassungen verbunden sein kann. 17% machen sich die grössten Sorgen aufgrund des Coronavirus: Durch die Pandemie hat die Branche gelitten und viele bangen um ihren Arbeitsplatz. Eine grosse Sorge von 14% der Befragten ist die Führungsschwäche der Vorgesetzten: Es fehle an Kompetenz und Wissen, es werde keine klare Strategie verfolgt und die Sparmassnahmen würden am falschen Ort erfolgen.

Weitere 9% bangen um die Zukunft der Flugsicherung und skyguide. 8% sprechen den schlechten Umgang mit dem Personal an: Die Mitarbeitenden werden unfreundlich behandelt und nicht mehr als Menschen, sondern als Ressourcen angesehen. 6% sind darüber besorgt, dass sie oft unter hohem Druck arbeiten, da durch weniger Mitarbeitende viel Mehrarbeit entsteht.

34% der Befragten leisten Pikettdienst. Die folgenden Fragen beziehen sich auf diese 34%.

Klar ist: Niemand möchte mehr Pikettdienst leisten. Über die Hälfte der Befragten, die Pikettdienst leisten, sind aber mit der allgemeinen Situation ihres Pikettdienstes zufrieden. Fast ein Fünftel ist jedoch am Anschlag und kann sich kaum mehr davon erholen. Andere Anliegen sind, dass der Pikettdienst an einem freien Tag geleistet wird und das es somit nicht wirklich ein freier Tag sei oder auch dass der Pikettdienst durch zu wenige Personen abgedeckt werde.

Der Kontakt im Team muss also auch ausserhalb von formalen Meetings ermöglicht werden. Der direkte Kontakt mit den Vorgesetzten scheint in diesem Zusammenhang weniger relevant zu sein.

Mehr als ein Fünftel der Befragten, die Pikettdienst leisten, hat ein Bedürfnis nach mehr Kursen und mehr Training. Dies wird von den zwei Anliegen «bessere Tools» (18%) und «Mehr Entschädigung» (17%) gefolgt. Jeweils 11% möchten gerne mehr Erholung, weniger Pikettdienst und mehr Austausch unter den Kolleg*innen. 4% möchten gar keinen Pikettdienst mehr leisten.

Mehr als die Hälfte der Pikettdienstleistenden schätzt die gute Zusammenarbeit im Team und den Teamgeist. 6% finden, dass die Mitarbeitenden einen guten Einsatz zeigen. Weitere 6% haben erwähnt, dass der Pikettdienst gut geregelt ist. Ausserdem läuft für weitere 6% das Homeoffice gut.

Was funktioniert schlecht?
Bei dieser Frage wurden die Themenbereiche wie z.B. der internen Kommunikation, der Planung, der zu kleinen Pikett-Teams, der Schubladisierung, der Tools und der hohen Ausgaben als verbesserungswürdig taxiert.

Eine deutliche Mehrheit (86%) fühlt sich sicher und fit für den Pikettdienst. Bei 6% ist dies nicht der Fall.

Die Mehrheit (43%) vermutet, dass die Arbeit in fünf Jahren anspruchsvoller wird, da neue Systeme und Technologien ständige Weiterbildungen erfordern. Fast ein Fünftel vermutet, dass er oder sie sich in Zukunft um mehr Systeme kümmern muss. 14% sehen einen vermehrten Austausch mit neuen (externen) Partner*innen. Nur 9% vermuten, dass der Pikettdienst ausgelagert wird und eine sehr kleine Prozentzahl (6%) sieht keine Veränderungen in der Zukunft.

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